Der Fremde -Teil 3- Das Gesicht (fm:Cuckold, 2221 Wörter) [3/3] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Ehemann Mike | ||
| Veröffentlicht: Oct 05 2026 | Gesehen / Gelesen: 1107 / 900 [81%] | Bewertung Teil: 8.50 (14 Stimmen) |
| Sarah kriegt Mikes Geständnis nicht mehr aus ihrem Kopf. Den ganzen Tag bei der Arbeit kann sie an nichts anderes denken. Dieser Teil ist aus der Perspektive von Sarah erzählt. | ||
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Der Fremde in mir und meine Frau -Teil 3- Das Gesicht. Aus Sarahs Perspektive
-*Sarahs Perspektive*-
Dienstag, 8:40 Uhr. Die Praxis riecht nach Desinfektionsmittel und nach dem Kaffee, den Frau Berger hinten in der Küche kocht. Ich sitze an der Rezeption, in meiner weißen Bluse, das Namensschild sitzt schief, und tippe die Terminliste ab.
Ich bin seit Samstag nicht mehr richtig hier.
Es ist nicht so, dass ich ständig daran denke. Es ist schlimmer. Ich denke gar nicht daran, und dann liegt es plötzlich mitten im Kopf, wie ein Stein, über den ich stolpere. Beim Zähneputzen. Im Auto an der Ampel. Gestern beim Kartoffelschälen, als Mike hinter mir durch die Küche ging und mir im Vorbeigehen beiläufig die Hand auf den Hintern legte. Ganz normal. So wie seit vielen Jahren. Und ich habe gedacht: Er hat sich vorgestellt, dass das ein anderer tut. Und mir ist fast das Messer aus der Hand gefallen, weil ich zwischen den Beinen sofort feucht geworden bin.
Das ist es, was mich am meisten durcheinanderbringt. Nicht, dass er es sich vorstellt. Sondern dass ich es seitdem auch tue.
Ich habe ihn nie gesehen. Den Fremden. Mike sagt, er hat kein Gesicht, es sei unscharf, wie hinter Milchglas, und ich habe am Samstag genickt und gedacht: gut. Dann bleibt er eine Idee. Ein Schatten mit großen Händen. Ein Platzhalter.
Aber Ideen bleiben nicht da, wo man sie hinlegt. Ideen suchen sich einen Körper.
Die Tür geht auf, der Luftzug lässt die Terminzettel auf dem Tresen flattern.
„Guten Morgen, Frau Weber.“
„Guten Morgen, Herr Lindner. Neun Uhr bei Dr. Hofmann, richtig? Sie können gleich durchgehen, er ist heute pünktlich."
Ich lächle. Mein Rezeptionslächeln. Ich habe es tausendmal gelächelt, und ich lächle es auch jetzt, während er mir seine Versichertenkarte über den Tresen schiebt und ich sie ins Lesegerät stecke und meine Finger dabei ganz ruhig sind.
Er ist Mitte vierzig. Er kommt seit vier Jahren zu uns, alle sechs Monate zur Kontrolle, einmal eine Wurzelbehandlung, die er ohne einen Mucks weggesteckt hat. Groß. Ein Stück größer als Mike, glaube ich, oder er wirkt nur so, weil er breiter ist. Schultern, die das Hemd spannen. Kurze dunkle Haare, an den Schläfen grau. Große Hände, die er immer flach auf den Tresen legt, wenn er mit mir redet. Dunkle Härchen auf den Knöcheln. Ein Ehering, der ihm etwas zu eng ist.
Ich habe ihn vier Jahre lang nie so angeschaut.
Ich schaue ihn jetzt so an.
Er nimmt die Karte zurück, und ich sehe diese Hand, und in meinem Kopf passiert etwas völlig Unerlaubtes, so schnell, dass ich es nicht aufhalten kann: Ich stelle mir vor, wie viel von meiner Brust in diese Hand passt. Mehr als in Mikes Hand. Er könnte sie ganz nehmen.
„Alles in Ordnung?“, fragt er.
„Ja, natürlich. Setzen Sie sich kurz, er ruft Sie gleich."
Er geht ins Wartezimmer. Ich sehe ihn durch die Glasscheibe. Er schlägt die Beine übereinander, zieht sein Handy heraus. Sein Hemdkragen steht offen, und darunter sind dunkle Haare. Brusthaar.
*Dunkle Brustbehaarung, große, raue Hände.*
Ich muss aufhören.
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